• Projekt
    • Das Projekt
    • Konsortium
    • Projekt_Valiskills2
    • Newsletter
    • LOGIN intern
  • Newsletter
    • Newsletter
  • ePortfolio
    • Anleitung
  • Blog
  • Kontakt
  • Polska
    • Übersetzer

Berufsabschluss für Erwachsene in der Schweiz

03.07.2019

In der Schweiz haben Erwachsene jederzeit die Möglichkeit, einen Berufsabschluss nachzuholen oder einen zweiten zu erlangen.

 

Für sie gibt es grundsätzlich vier Wege:

• Berufslehre

• verkürzte Berufslehre

• direkte Zulassung zur Abschlussprüfung

• Validierung von Bildungsleistungen ohne AbschlussPrüfung

 

2017 haben von rund 9000 Erwachsenen, die einen Berufsabschluss erlangt haben, 46 Prozent eine reguläre, 23 Prozent eine verkürzte Berufslehre, 24 % die direkte Zulassung zur Prüfung und 7% den Weg über die Validierung gewählt. Die Wahl hängt jedoch auch vom Alter ab: Von den 25 – 29-jährigen wählen 62% die reguläre Berufslehre, von den über 40-jährigen wählen 20% die Validierung.

Zurzeit können rund zwanzig eidgenössisch anerkannte Berufsabschlüsse über die Validierung erlangt werden. Die Verfahren werden nicht für jeden dieser Berufe in allen Kantonen angeboten, jedoch können Kandidierende das Verfahren, das im eigenen Wohnortkanton nicht angeboten wird, auch in einem anderen Kanton durchlaufen.

 

Die Voraussetzungen für die Zulassung zum Validierungs-Verfahren sind in allen Kantonen gleich:

• fünf Jahre Berufserfahrung

• spezifische Berufserfahrung im angestrebten Beruf

• eine Anstellung ist nicht notwendig

• Empfehlung: Sprachkenntnisse (je nach Kanton deutsch, französisch oder italienisch) mindestens auf Niveau B1

 

 

Teilen auf Facebook Teilen auf Twitter Teilen auf XING Teilen auf LinkedIn
Zurück

Zugehörige Dateien

  • Text_VS3_Blog_CH.pdf 358 KB

Kommentare (15)

  1. Hartmut
    Hartmut am 03.07.2019
    Bis zum Validierungsverfahren ohne Abschlußprüfung ist es in Deutschland noch ein langer Weg. Viele Projekte (DECVET,Valikom) haben sich dem Thema Anerkennung informeller/non-formeller Kompetenzen bzw. modularer Teilqualifikationen gewidmet aber bis dato enden alle "Anerkennungsverfahren" mit einer externen Abschlußprüfung. Hier können wir von den Erfahrungen in der Schweiz viel lernen bzw....
    ...man könnte auch sagen "Wer hat´s erfunden...?"
    @Karin: Können sich eigentlich DE Erwachsene auch validieren lassen ?
  2. Hans-Joachim Borchert
    Hans-Joachim Borchert am 03.07.2019
    Vielen Dank für den aufschlussreichen Artikel. Dazu einige Anmerkungen bzw. Fragen:

    - Die Aussage, dass 2017 in der Schweiz 7% der daran interessierten Erwachsenen den Weg zum Berufsabschluss über die Validierung gesucht haben, halte ich für eine realistische Annahme für die Nutzung des Verfahrens auch in anderen Ländern (<10%).

    - Dass seit Einführung des Verfahrens vor mehr als 10 Jahren in der Schweiz z.Z. nur ca. 20 eidgenössisch anerkannte Berufsabschlüsse über die Validierung erworben werden können, verdeutlicht den damit verbundenen Entwicklungsaufwand für jeden der rund 230 Berufe.

    - Junge Menschen (bis 29 Jahre) sollten grundsätzlich eine reguläre Berufsausbildung anstreben. Die Validierung sollte Erwachsenen ohne (verwertbaren) Berufsabschluss und langer Berufserfahrung (mind. 5 Jahre) vorbehalten bleiben. Die Zielgruppe ">40" ist für die Validierung optimal.

    - In der Schweiz kann man über den Weg einer Validierung einen vollwertigen (!) Berufsabschluss erlangen. In Deutschland erprobt man dagegen z.Z. das ValiKom-Validierungsverfahren mit dem Ziel der Verleihung von Zertifikaten zur (vollen bzw. teilweisen) „Gleichwertigkeit“ mit dem angestrebten Berufsabschluss. Mit anderen Worten, über eine Validierung soll keine volle Anerkennung eines Berufsabschlusses erfolgen („Gleichartigkeit“). Das bleibt dann weiterhin nur der Externenprüfung vorbehalten. (siehe dazu auch Kommentar von Hartmut)
    Wie sind die langjährigen schweizerischen Praxiserfahrungen im Hinblick auf die Notwendigkeit einer solchen Differenzierung zu betrachten? Besteht die Gefahr einer Entwertung des Berufsabschlusses durch Validierung?
  3. Kai
    Kai am 03.07.2019
    Wie oft darf man das Validierungsverfahren für einen Beruf denn anstreben bzw. zu dem Verfahren antreten?
  4. Kees
    Kees am 05.07.2019
    Vielen Dank für deinen interessanten Einblick in das Schweizer Validierungssystem.

    Die Gesamtzahl der Validierungen im Jahr 2017 betrug: 49 (25-29 Jahre), 197 (30-39 Jahre) und 343 (40+ Jahre). In Prozent der Gesamtzahl der Abschlüsse sind dies 1%, 8% bzw. 20%.

    1. Was können die Gründe dafür sein, dass jungere Menschen (bis 29 Jahre) so wenig Interesse an einer Validierung haben? Lohnt es sich überhaupt, um viel Energie in die formale Validierung der Kompetenzen junger Menschen zu investieren? Oder sollten wir mehr Energie in das Lernen am Arbeitsplatz investieren, wo später, wenn gewünscht oder notwendig, eine verkürzte berufliche Bildung folgen kann?

    2. Die meisten älteren Menschen entscheiden sich für eine verkürzte Berufliche Grundbildung und für eine direkte Zulassung einer Abschlussprüfung (64% insgesamt). Gibt es auch eine Art Validierung, die in den Einlass für diese Optionen eingebaut ist? Wie sieht der Mix aus?

    3. Für welche Berufe ist in der Schweiz eine Validierung möglich? Und auf welchem Niveau (EQR) befinden sich diese Qualifikationen? Sind das mehr Berufe, für die ein Abschluss erforderlich ist, um die Arbeit ausführen zu können?
  5. Karin Steiner
    Karin Steiner am 08.08.2019
    Ich finde den Ansatz, auch Wege zu einem Berufsabschluss ohne Prüfung zu ermöglichen, sehr zielführend. Gerade bei Menschen mit fehlender oder geringer Qualifikation habe ich oft die Erfahrung gemacht, dass es häufig nicht am Wollen scheitert, sondern dass negative Schulerfahrungen, verbunden mit Ängsten und hier wiederum insbesondere vor Prüfungen, die Bildungsmotivation, die eigentlich gegeben wäre, verdecken. Mich würde daher interessieren wie das mit dem Dossier bzw. den Kompetenznachweisen funktioniert. Was kann man sich unter einem solchen Kompetenznachweis vorstellen?
  6. Annelie Poker
    Annelie Poker am 13.08.2019
    Hier im Forum hat sich unter anderem die Frage aufgetan, ob Validierung von berufsbezogenen Leistungen den gleichen Stellenwert erhalten kann, wie eine mehrjährige Berufsausbildung oder ob Validierung womöglich eine Gefahr für die klassische Berufsausbildung birgt. Jedoch sollte bei der Diskussion auch beachtet werden, dass es sich um zwei alternative Wege handelt, die nebeneinander existieren. Validierung bedeutet nicht, dass der Weg der Berufsausbildung ausgespart werden kann. Jugendliche sollten nach wie vor eine umfassende Berufsausbildung absolvieren. Der Weg der Validierung bietet sich Erwachsenen an, denen der erste Weg verschlossen geblieben ist. Was immer im Auge gehalten werden sollte, ist die Grundidee, der ursprüngliche Zweck der Validierung. So geht es bei Validierung darum, Kompetenzen, die durch langjährige praktische Erfahrung aufgebaut wurden, anzuerkennen. Die Schweiz hat viel Erfahrung in der praktischen Umsetzung der Validierung, von der andere Länder lernen können.
  7. Martin Stark
    Martin Stark am 23.08.2019
    Mit Blick Richtung Arbeitsmarktchancen würde mich interessieren, inwiefern eine Gleichstellung/Gleichwertigkeit mit den anderen Wegen zu einem Berufsabschluss gegeben ist. Deshalb zwei Fragen:

    1) unterscheidet sich das Zertifikat zum Berufsabschluss, das durch die Validierung erworben wird, von den anderen Formen des Berufsabschlusses, d.h. ist es auf den ersten Blick für den Arbeitgeber sichtbar, wenn jemand den Berufsabschluss ohne Prüfung und mittels Validierung erlangt hat?

    2) gibt es Studien zur Akzeptanz von Berufsabschlüssen durch Validierung am Arbeitsmarkt?
  8. Karin Stammbach
    Karin Stammbach am 27.08.2019
    Lieber Hartmut
    Ja, ich sehe keinen Grund, warum Bürger anderer Länder ihre Kompetenzen nicht auch validieren lassen könnten. Ein Hindernis könnten allenfalls die Sprachkenntnisse sein, mindestens eine Landessprache der Schweiz sollte man, wie im Blog erwähnt, auf Level B1 beherrschen.
    Ob die nötige Berufserfahrung in der Schweiz erworben sein muss, werde ich noch recherchieren, wenn es das war, worauf Deine Frage abzielte.
  9. Karin Stammbach
    Karin Stammbach am 27.08.2019
    Lieber Achim
    Richtig, in der Schweiz erhält man über die Validierung den vollwertigen Berufsabschluss, also ein Eidgenössisches Berufsattest EBA (Berufslehre dauert zwei Jahre) oder ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis EFZ (Berufslehre dauert drei oder vier Jahre). Ob der Abschluss nach der regulären Lehrzeit oder über Validierung erworben wurde, wird nicht unterschieden. Meines Wissens gibt es keine Studien, die die weitere Laufbahn der Personen mit Abschluss über Validerung verfolgt und mit anderen verglichen hätte.
    Ich denke nicht, dass eine Entwertung der Berufsabschlüsse droht, schon weil nur ein verhältnismässsig kleiner Anteil über den Weg der Validierung erfolgt. Berichte von Personen, die diesen Weg gewählt haben, zeigen auch, dass dies nicht einfach der leichtere, einfachere Weg ist, sondern auch sehr viel Aufwand und Einsatz erfordert. Ich hoffe, in einem zweiten Blogbeitrag darauf noch näher eingehen zu können.
  10. Karin Stammbach
    Karin Stammbach am 27.08.2019
    Lieber Kai
    In Bezug auf Deine Frage muss ich mich noch schlau machen. Ich denke, wenn man nicht alle nötigen Kompetenzen belegen kann, muss eine Nachholbildung absolviert werden. Ob diese dann mit einer Externenprüfung abschliesst, kann ich nicht sagen, da werde ich mich noch erkundigen.
  11. Karin Stammbach
    Karin Stammbach am 27.08.2019
    Lieber Kees
    1. Ich denke, jüngere Erwachsene, die einen Berufsabschluss anstreben, fehlt zum einen die verlangte 5-jährige Berufserfahrung. Es sind wahrscheinlich oft Personen, die schon eine Ausbildung (Berufslehre oder Studium) abgebrochen haben. Sie sind noch nicht so weit von Schule und Prüfungen entfernt und sie haben meist noch keine Familie, die finanziell auf sie angewiesen ist. Auch gibt es vielleicht bei Arbeitgebern weniger Widerstand eine Person über 20 aber unter 30 als Auszubildende/-n anzustellen. Diese Altersgruppe wird deshalb eher noch in eine reguläre oder allenfalls verkürzte Ausbildung einsteigen, als eine Validierung anzustreben.

    2. Nein, ich denke nicht, dass es noch einen Mix gibt, da mit vier verschiedenen Varianten zum Berufsabschluss schon genügend Wahlmöglichkeiten bestehen. Wie bei der Antwort an Kai erwähnt, kann es sein, dass bei der Validierung festgestellt wird, dass Nachholbildung für einen Teil der Kompetenzen nötig ist. Und wer direkt zur Prüfung antritt, kann natürlich auch durchfallen und wird dann wohl auch noch eine Nachholbildung absolvieren.

    3. Unter
    https://www.berufsbildungplus.ch/berufsbildungplus/berufsbildung/grundbildung/berufsabschluss-erwachsene.html
    gibt es Listen von Berufsabschlüssen, die über Validierung erworben werden können. Nicht jeder Beruf kann in allen Kantonen erworben werden, aber man muss das Verfahren nicht unbedingt in dem Kanton durchlaufen in dem man wohnt oder arbeitet.
    Folgende Berufe habe ich gefunden (die männliche Form ist mitgemeint):
    Assistentin Gesundheit und Soziales EBA (Eidg. Berufsattest)
    Detailhandelsfachfrau EFZ (Eidg. Fähigkeitszeugnis)
    Fachfrau Betreuung EFZ
    Fachfrau Gesundheit EFZ
    Fachfrau Hauswirtschaft EFZ
    Gebäudereinigerin EBA oder EFZ
    Informatikerin EFZ
    Kauffrau EFZ
    Köchin EFZ
    Logistikerin
    Maurerin EFZ
    Mediamatikerin EFZ
    Medizinische Praxisassistentin EFZ
    Produktionsmechanikerin EFZ
    Restaurationsfachfrau EFZ

    Damit komme ich allerdings nur auf 15 Berufe, irgendwie müssten es noch mehr sein.
    Der Abschluss EBA wird auf Level 3 EQR eingestuft, der Abschluss EFZ auf Stufe 4 oder 5 (bei 4-jähriger Berufslehre).

    Ich gehe davon aus, dass dies die meist gefragten Berufe sind, die auch von Erwachsenen noch angestrebt werden und deshalb für diese auch die Möglichkeit besteht, sie über Validierung abzuschliessen. Und es sind wohl Berufe in denen man Berufserfahrung als Hilfe z.B. Hilfskraft in der Spitalpflege, sammeln kann, ohne einen Abschluss zu haben. Das gilt wahrscheinlich nicht für jeden Beruf.
    Alle anderen Berufe können natürlich über die anderen 3 Wege die Erwachsenen offenstehen, erworben werden, reguläre Lehre, verkürzte Lehre oder direkt zur Prüfung.
    Eine Liste sämtlicher in der Schweiz anerkannter Berufsabschlüsse findet man falls interessiert unter:
    https://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/20151046/index.html
  12. Hans-Joachim Borchert
    Hans-Joachim Borchert am 27.08.2019
    Liebe Karin,
    herzlichen Dank für Deine detaillierten Auskünfte zu den Fragen aller Diskussionsteilnehmer. Ich nehme gern zur Kenntnis, dass Validierung in der Schweiz kein "Abschluss 2.Klasse" ist und offensichtlich auch durch die Wirtschaft als vollwertig anerkannt wird. Über den in Aussicht gestellten zweiten Blogbeitrag dazu würde ich mich freuen.
  13. Øivind H. Solheim
    Øivind H. Solheim am 12.09.2019
    @Karin, danke für einen interessanten Artikel über Berufsabschluss für Erwachsene in der Schweiz!

    Ich sehe, dass die Möglichkeiten, die Erwachsene in der Schweiz haben, einen Berufsabschluss durch Validierung zu erzielen, nicht sehr unterschiedlich ist von den Möglichkeiten, die es in Norwegen für formell unqualifizierte Arbeitnehmer gibt.

    In Norwegen nennen wir realkompetanse jede Kompetenz, die Erwachsene durch bezahlte oder unbezahlte Arbeit, Ausbildung, organisatorische Erfahrung oder auf andere Weise erworben haben.

    Es wäre interessant zu erfahren, ob es in den anderen Ländern auch entsprechende Definitionen für die Kompetenzen der unqualifizierten Erwachsenen gibt, und wie diese Definitionen lauten.
  14. Jowita Pawlak
    Jowita Pawlak am 23.09.2019
    In Switzerland there are clearly defined rules for validation and certification of qualifications, unfortunately in Poland this system is only at the stage of theory. Although the projects of qualification certification have already been implemented by the Vocational Training Establishments. I hope that the experiences of European countries will be translated into the validation system in Poland.
  15. Karin
    Karin am 01.10.2019
    Oivind
    Zu Deiner Frage nach einer den realkompentanse entsprechenden Begriff: Wir haben meines Wissens keinen Sammelbegriff für die Kompetenzen sondern sprechen eher von Kompetenzen die über formale, non-formale oder informelle Bildung/Erfahrung erworben wurden. Zu informell erworbenen Kompetenzem gehören somit auch alle die man sozusagen nebenbei im Beruf, bei freiwilliger Tätigkeit, in der Familienarbeit etc. erworben hat. Und diese machen wahrscheinlich auch bei formal gut ausgebildeten Personen einen grossen Teil der gesamten Kompetenzen aus.

Neuen Kommentar schreiben